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11.08.2026

Podiumsdiskussion TANDEM 2026: Die Bauwende braucht ein neues Wissensmanagement

​Bildnachweis: Dominik Ochs

Im Juli 2026 war Marisia Conn, Geschäftsführerin und Architektin im Büro Conn und Giersch, als Podiumsgast bei der TANDEM-Reihe „Wissenschaft & Praxis“ an der Universität Bamberg eingeladen. Unter dem Titel „Zwischen Bestand, Verantwortung und Zukunft. Transformation des Bauens“ diskutierten Fa

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chleute aus Wissenschaft, Planung, Handwerk und Baupraxis über die zukünftige Bedeutung des Bauens im Bestand. Die Veranstaltungsreihe bietet ein Forum für den Wissenstransfer und den Erfahrungsaustausch zwischen wissenschaftlicher Forschung und unternehmerischer Praxis. 

Ausgangspunkt der Diskussion war die Feststellung, dass am Bauen im Bestand künftig kein Weg vorbeiführt. Im Zentrum stand daher die Frage: Wie kann der Bestandsbau dieser gesellschaftlichen, ökologischen und baukulturellen Verantwortung künftig gerecht werden?

Als eine der größten Herausforderungen identifizierten die Podiumsteilnehmenden den bislang unzureichenden Austausch zwischen Forschung, Planung, Produktherstellung und handwerklicher Umsetzung. 

Die Bauwende brauche ein neues Wissensmanagement, so Marisia Conn. Ausführende Betriebe sollen möglichst frühzeitig in die Planung einbezogen werden. Wissen und praktische Erfahrungen aus den unterschiedlichen Bereichen sollten systematisch zusammengeführt und beispielsweise über gemeinsame Workshops und projektbegleitende Austauschformate zugänglich gemacht werden.

In der Diskussion wurde zudem deutlich, dass theoretische Vorgaben, Bauprodukte und Verfahren unter realen Baustellenbedingungen häufig anders funktionieren als ursprünglich vorgesehen. Erfahrungen aus der handwerklichen Anwendung müssten deshalb konsequenter an Planung, Forschung und Herstellung rückgespiegelt werden. Auch geltende Normen sollten nicht isoliert betrachtet, sondern vor dem Hintergrund der jeweiligen Bestandssituation fachlich eingeordnet werden.

Ein weiterer Schwerpunkt war der Fachkräftemangel. Die Transformation des Bauens kann nur gelingen, wenn ausreichend qualifizierter Nachwuchs für den Umgang mit bestehenden Gebäuden gewonnen wird. Dabei können neue Technologien, digitale Erfassungsmethoden und innovative Planungswerkzeuge dazu beitragen, die Arbeit im Bestand für Auszubildende und Studierende attraktiver zu machen.

Gleichzeitig wurde ein stärkerer Praxisbezug in der akademischen Ausbildung gefordert. Marisia Conn verwies darauf, dass Hochschulabsolventinnen und -absolventen nach ihrem Studium häufig noch zwei bis drei Jahre praktische Einarbeitung im Betrieb oder Architekturbüro benötigen. Längere Praktika und eine engere Zusammenarbeit zwischen Hochschulen, Planungsbüros und ausführenden Fachkräften könnten dazu beitragen, diese Lücke zu schließen.