Frühmesserhaus Kirchensittenbach – Denkmalprämierung 2025

Bildnachweis: Architekturbüro Conn und Giersch
Die Sanierung des Frühmesserhauses (1567) in Kirchensittenbach wurde mit der Denkmalprämierung Mittelfranken 2025 ausgezeichnet. Historisches Fachwerk, Türen und Böden wurden restauriert, statische Ertüchtigungen umgesetzt und die historische Substanz gesichert. Heute dient das Gebäude als Bürger- und Gemeindehaus und verbindet denkmalgerechte Instandsetzung mit moderner Nutzung.
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Die Instandsetzung des Frühmesserhauses in Kirchensittenbach wurde mit der Denkmalprämierung des Bezirks Mittelfranken 2025 ausgezeichnet. Der seit 1975 vergebene Preis würdigt beispielhafte Projekte der Denkmalpflege und Denkmalsanierung. Im Jubiläumsjahr wurden insgesamt 40 Bauwerke prämiert – darunter Kirchen, Mühlen, historische Stadttore und Wohngebäude aus verschiedenen Jahrhunderten.
Das sogenannte Frühmesserhaus in Kirchensittenbach zählt zu den ältesten Wohngebäuden des Ortes. Der zweigeschossige, traufständige Fachwerkbau mit hangseitigem Keller wurde dendrochronologisch auf das Jahr 1567 datiert. Ursprünglich diente das Gebäude als Wohnsitz eines katholischen Priesters, der die tägliche Frühmesse hielt. Seit den frühen 2000er-Jahren stand das denkmalgeschützte Haus jedoch leer.
Die Denkmalsanierung des historischen Fachwerkhauses stellte hohe konstruktive und restauratorische Anforderungen. Zu Beginn der Arbeiten zeigten sich erhebliche Schäden an Mauerwerk, Fachwerkkonstruktion und Dachtragwerk. Gleichzeitig verfügte das Gebäude über eine außergewöhnlich hohe Dichte erhaltener historischer Substanz – darunter Türen aus dem 18. und 19. Jahrhundert, Bohlen- und Dielenböden, ein tonnengewölbter Raum im Anbau sowie Wandmalereifragmente aus dem späten 16. Jahrhundert.
Ziel der Maßnahmen war es, die historische Vielschichtigkeit des Gebäudes zu bewahren und die vorhandene Substanz zu sichern. Neben statischen Ertüchtigungen umfassten die Arbeiten die Restaurierung historischer Fachwerkteile, Türen und Bodenbeläge sowie die Sicherung älterer Putz- und Farbfassungen. Besondere Aufmerksamkeit galt der konstruktiven Stabilisierung der Baunaht zwischen der Bauphase des 16. Jahrhunderts und einem Umbau des frühen 18. Jahrhunderts.
Im Zuge der Instandsetzung wurde das Gebäude behutsam mit moderner Haustechnik ausgestattet. Nach Abschluss der Arbeiten konnte das denkmalgeschützte Frühmesserhaus wieder einer Nutzung zugeführt werden und dient heute als Bürger- und Gemeindehaus.
Bemerkenswert ist, dass das Gebäude bereits zum zweiten Mal im Rahmen der Denkmalprämierung Mittelfranken ausgezeichnet wurde: Schon 1976 erhielt eine frühere Sanierung des Hauses diese Würdigung. Mit der aktuellen Auszeichnung wird die kontinuierliche Pflege dieses bedeutenden Baudenkmals erneut gewürdigt.
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